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500 Jahre 1517 - 2017 Reformation

Am 31. Oktober 2017 jährte sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug.
In 2017 wurde nicht nur 500 Jahre Reformation und Martin Luther gefeiert, sondern daran erinnert, welche Rolle die Reformation gespielt hat. In den früheren Jahrhunderten wurden Reformationsjubiläen national und in konfessioneller Abgrenzung begangen. Das Reformationsjubiläum sollte von Offenheit, Freiheit und von Ökumene geprägt sein.
Die Reformation wurde in den Focus gerückt um zu zeigen, wie neue Impulse geweckt und deren Auswirkungen bis ins 21. Jahrhundert reicht.
Was am 31. Oktober 1517 in Wittenberg passierte, veränderte den Blick für Deutschland, Europa und die Welt.

Wendepunkt

Am 2.Juli 1505 wurde Martin Luther nach einem Besuch bei seinen Eltern (in Mansfeld) von einem Gewitter überrascht. Auf dem Rückweg nach Stotternheim hatte er Todesangst aufgrund des sehr starken Gewitters. Er rief zur Heiligen Anna, Marias Mutter: "Heilige Anna, hilf! Lässt du mich Leben, so will ich ein Mönch werden!" Martin Luther überlebte das Gewitter. Am 17. Juli 1505 ging Luther gegen den Willen seines Vaters in das Augustinereremiten Kloster in Erfurt. Dort übte er vorbildlich die Ordensregeln aus. Am 27. Februar 1507 wurde er zum Priester geweiht.
Martin Luther betete täglich sehr oft, aber trotzdem litt er unter Gewissensqualen. Er fragte sich wieder und wieder: "Wie kriege ich einen gnädigen Gott?" Diese Frage quälte ihn sehr lange, er dachte oft darüber nach doch ihm fiel zuerst keine Antwort ein.

Beginnende Reformation

Martin Luther entdeckte die Gerechtigkeit Gottes ("sola gratia" - allein aus Gnade). Das war ein starker Wendepunkt in seinem Leben, er beschrieb es als Erleuchtung. Danach fühlte er sich befreit, da ihn die Frage "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?" lange Zeit quälte. Luther meditierte oft über den Bibelvers Röm. 1,17 - dabei fand er das, was er ein Jahrzehnt vergeblich gesucht hatte: „Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche aus dem Glauben kommt und zum Glauben führt; wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus dem Glauben leben.“ Da begriff er, dass die Gerechtigkeit Gottes allein aus Gnade besteht. Diese Gnade bekommt man erst, wenn man an Jesus Christus glaubt. Kein Mensch kann diese Gnade erzwingen.

95 Thesen

Zu den 95 Thesen bewegte Martin Luther der damalige Ablasshandel. Leute, die gesündigt haben oder verstorbene Verwandte aus dem Fegefeuer holen wollten, mussten für viel Geld Ablassbriefe bei der katholischen Kirche kaufen, um vor dem Fegefeuer bewahrt zu werden. Aus Angst kauften die Menschen diese Briefe. Von dem eingenommenen Geld sollte der Petersdom in Rom gebaut werden. Martin Luther war streng dagegen, da er wusste, das Gottes Gnade nicht käuflich ist. Am 4. September 1517 gab er zunächst 97 Thesen an seine Dozenten-Kollegen aus. Etwas später, am 31. Oktober nagelte er die überarbeiteten 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Deshalb feiern wir auch am 31. Oktober Reformationstag. Die 95 Thesen richteten sich gegen den Ablasshandel. Als die Menschen diese Thesen sahen, waren sie davon begeistert. Jedoch wurde Martin Luther von Kardinal Albrecht angezeigt. Im April 1518 durfte Luther seine Theologie erläutern, dabei fand er einige Anhänger und Gleichgesinnte, die später zu Reformatoren wurden.

Bibelübersetzung

Martin Luther lebte nun auf der Wartburg unter dem Synonym "Junker Jörg". Dort begann er die Bibel zu übersetzen. Sein Ziel war es, die Bibel für das Volk zugänglich zu machen, er wollte das alle die Bibel verstehen können. In bloß 11 Wochen schaffte er es, das gesamte Neue Testament zu übersetzen. Das geschah im Herbst 1521. Zwei Jahre später, 1523 erschien erstmals auch die Teilübersetzung des Alten Testamentes. 1534 übersetzte er auch den Rest des Alten Testamentes. Zusammen mit dem Neuen Testament bildete es die Lutherbibel. Da die Übersetzung jedoch sehr hochdeutsch formuliert war, versuchte er sie anders zu übersetzen, damit es wirklich jeder verstehen konnte. Er übersetzte diesmal weniger wörtlich, er versuchte den Sinn in volksnaher Sprache zu übermitteln.

Luthers Grundsätze

Martin Luther brachte die Reformation durch seine Schriften ins Rollen. Er wollte die katholische Kirche reformieren und die bestehenden Missstände beseitigen. Viele Bischöfe benutzten beispielsweise ihr Amt allein dazu, Reichtum anzuhäufen. Luther wollte, dass sich Kirche und Gläubige wieder mehr an den Schriften der Bibel orientieren. Ihm und anderen Reformatoren wie Huldrych Zwingli gelang jedoch nicht eine Reform der bestehenden Kirche, sondern aus der Reformationsbewegung entwickelte sich eine eigene Konfession. Der entstandene protestantische Glauben hatte neue Grundlagen:

Bildmaterial: Ludwig



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